Für immer ausgesperrt. Ein Verlust der eigenen Wohnung hat tragische Folgen. Die Caritas Wohnungssicherung versucht alles, um eine Delogierung zu verhindern.
Gratuliere! Sie haben jetzt schon viel geschafft“, sagt Herr Lorber von der Caritas Wohnungssicherung zum Klienten am Telefon. Und er freut sich mit ihm: Die Delogierung aus dessen Grazer Wohnung konnte im letzten Moment noch verhindert werden – dank der Hilfe der Caritas.
„Die Abwärtsspirale stoppen“ ist das Ziel der Mitarbeiter der Caritas Wohnungssicherung. Drei Jahre nach der Gründung dieser Einrichtung blickt man stolz zurück: 70 Prozent der betreuten Wohnungen konnten gesichert werden. Allein im Jahr 2007 ersparte die Caritas knapp zwei Drittel der 1300 steirischen Klienten eine Wohnungsdelogierung. Die Zahl könnte aber noch viel größer sein: „Viele Leute kommen leider zu spät zu uns.“ Caritas-Mitarbeiterin Barbara Deutscher empfiehlt daher: „Schon nach ein, zwei unbezahlten Monatsmieten sollte man entweder uns kontaktieren oder die Caritas-Verantwortlichen der Heimatpfarre. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir noch helfen können, das Loch zu stopfen.“
Gründe für Wohnungslosigkeit können vielfältig sein. Mietschulden sind die ausschlaggebende Ursache. Sie steht aber meist am Ende einer langen Problem-Kette: Plötzliche Arbeitslosigkeit, Einkommenseinbußen, Haushaltsverschuldung, Informationsmangel bezüglich Sozialleistungen, Krankheit, Scheidung, familiäre Konflikte, persönliche Lebenskrisen und ein geringer sozialer Rückhalt bringen Menschen in Gefahr, ihre Wohnungen zu verlieren.
Die Interventionen der Caritas für den Klienten sind dann umfassend: Man nimmt Kontakt mit Vermietern, Rechtsanwälten, Behörden und sozialen Einrichtungen auf, begleitet die Klienten zu Banken und Ämtern, klärt den Stand der Gefährdung ab, berechnet das Haushaltsbudget, vereinbart Ratenrückzahlungen, unterstützt beim Ausfüllen von Formularen und sucht nach möglichen Hilfsfonds. Ist der Schuldenberg aber zu groß, um eine Delogierung zu verhindern, springt die Caritas ebenso ein: „Dann bemühen wir uns, die Schulden des Klienten in einem gewissen Rahmen zu halten, und helfen ihm bei der Suche nach einer neuen Unterkunft“, erklärt Barbara Deutscher. Die Caritas hilft außerdem nicht nur, die finanziellen Probleme zu beseitigen: „Wir vermitteln auch Hauskrankenpfleger für Krebspatienten. Denn bei der finanziellen Betreuung unserer Klienten sehen wir oft, dass Menschen zusätzlich noch viele tragische Schicksale durchzustehen haben.“
Für delogierte Klienten tun sich plötzlich viele Fragen auf: Wie geht es weiter? Was passiert mit meinem Kind, wenn ich meine Wohnung verliere? Wie finde ich neue Bezugspersonen? Betreuung ist in solchen Fällen besonders wichtig: „Nach einer Delogierung sind Menschen gezwungen, ihr altes Umfeld aufzugeben, Nachbarn und gewohnte Lebenssituationen verschwinden, neue Beziehungen müssen aufgebaut werden. Das sind kritische Lebenslagen für die Betroffenen“, sagt Barbara Deutscher. Viele verdrängen ihre Probleme. Und viele leiden dann nicht mehr nur an ihren finanziellen, sondern auch an seelischen und gesundheitlichen Problemen.
Auch die Gesellschaft trägt Verantwortung für deren Schicksal: „Es wird den Leuten heute leicht gemacht, Schulden zu machen“, analysiert Barbara Deutscher. Und die Teuerungswelle spüren besonders solche Menschen, für die es ohnedies schon schwierig ist, mit den monatlichen Einkünften auszukommen.
Caritas Wohnungssicherung
Eggenberger Gürtel 38, 8020 Graz
Tel. (0 31 6) 908 311
www.caritas-graz.at
Mo–Fr 8.00 –12.00 Uhr, Mi 15.00–19.00 Uhr
ODER: Die Heimatpfarre kontaktieren!
Caritas - Koordination Netzwerk Wohnungssicherung Innviertel
Braunau:
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Ried und Schärding:
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