Egal ob es um Räucherstäbchen oder Lärm geht: Mediation hilft

Lärm, Kinder, Müll – das sind die häufigsten Konfliktpotenziale zwischen Bewohnern von Wohnhausanlagen. Und manchmal geht es auch um kuriose Dinge wie Räucherstäbchen. Sollten sich die Fronten verhärten, bietet die Wohnbaugruppe ENNSTAL einen einmaligen Service. Magdalena Liebethat steht den Bewohnern kostenlos als Mediatorin zur Verfügung und sorgt im Bedarfsfall, gemeinsam mit den Konfliktparteien, wieder für ein friedliches Miteinander.

 

Der Grund für Streitigkeiten zwischen Nachbarn ist zwar häufig auf die selben Ursachen zurückzuführen, ab und zu gibt es jedoch auch kuriose Fälle. Magdalena Liebthat plaudert aus dem Nähkästchen und erläutert, wie so eine Mediation in der Regel abläuft.

 

Auch kuriose Streitigkeiten werden durch Mediation langfristig gelöst

„Wie schon eingangs erwähnt, beziehen sich die Beschwerden meist auf den zu lauten Nachbarn, lärmende Kinder oder unerlaubte Müllablagerungen“, so Liebethat. Auch die „Zweckentfremdung“ oder Verschmutzung des Stiegenhauses rangiert ganz oben auf der Beschwerdeskala.

Natürlich gibt es aber mitunter auch Kuriositäten. „Man glaubt ja gar nicht, was alles Konfliktpotenzial in sich trägt. So hatten wir z.B. einmal ein junges Pärchen, die Dame war schwanger.  Unter ihnen wohnte eine ältere Dame, die zum Buddhismus übergetreten ist. Beim Beten hat sie regelmäßig Räucherstäbchen angezündet, deren Geruch durch das offene Fenster in die Wohnung des jungen Pärchens gedrungen ist. Ein untragbarer Zustand für die junge, schwangere Frau. Beim ersten Treffen habe ich dem werdenden Vater die Frage gestellt: ‚Was verstehen Sie unter einem Kompromiss?‘ Als Antwort kam: ‚Dass sie ganz mit den Räucherstäbchen aufhört!‘ So kommt man natürlich zu keinem Ergebnis. Aber nach 3 Sitzungen war der Konflikt durch eine befriedigende Lösung für beide Seiten bereinigt und ich habe seither nie wieder etwas von den beiden Parteien gehört.“

 

Wohlfühlen setzt gutes Übereinkommen mit den Nachbarn voraus

Wohnen ist ein zentrales Thema für jeden Menschen, steht für Mediatorin LIebethat außer Frage. „Nichts schrecklicher, als wenn ich mich zu Hause nicht mehr wohlfühle. Wenn ich vor dem Verlassen meiner Wohnung aus dem Spion schaue, um Begegnungen mit meinem Nachbarn zu vermeiden.“ Das Wohlfühlen steht daher auch für die Wohnbaugruppe ENNSTAL immer im Mittelpunkt – nicht nur bei der Errichtung neuer Wohnanlagen, sondern auch bei deren Betrieb. Ein wohlwollendes Miteinander unter den Bewohnern ist da unerlässlich. Um dies zu ermöglichen und auch zu erhalten, wurde in den vergangenen Jahren eine Reihe an Maßnahmen gesetzt. Von der Einzugsbegleitung bis zur Siedlungsbetreuung und eben auch die Möglichkeit einer professionellen Mediation, die jeder Bewohner kostenlos in Anspruch nehmen kann.

 

Wie läuft eine Mediation in der Regel ab?

„Im Allgemeinen wenden sich die Bewohner im Streitfall an die Hausverwaltung und diese vermittelt an mich weiter“, erläutert Liebethat das übliche Prozedere. „Ich lade die betroffenen Bewohner, z.B. 2 Nachbarn sodann ein und jeder erklärt erstmal seine Position. Manche wollen zwar gar nicht miteinander reden, aber die meisten nehmen das Angebot gerne an. Zentraler Punkt der Mediation ist es lösungsorientiert zu arbeiten, an die Eigenverantwortung der Bewohner zu appellieren. Auch wenn die Gesellschaft heute gerne delegiert – die Hausverwaltung kann nicht alles lösen, man muss sich dem Konflikt stellen! In der Mediation ist ein lösungsorientiertes Handeln Prämisse. Ich kann mit meinen Nachbarn eine Lösung finden und mich dann auch an die Vereinbarungen halten!“

 

„Sehr oft können wir das Problem bereits bei der ersten Sitzung bereinigen“, so Liebethat weiter. „Manchmal braucht es vielleicht auch ein zweites oder drittes Treffen bis die Sache bereinigt ist und gute Lösungen, die für beide Seiten tragbar sind, gefunden sind. Nach ein paar Wochen telefoniere ich nach und erkundige mich, wie es geht. Ab und zu muss man auch mal nachschärfen. Wenn ich danach nichts mehr höre, ist das für mich ein Zeichen, dass es funktioniert.

 

Konfliktbereinigung durch Mediation als langfristige Lösung

„Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Mediation zu langfristigen Lösungen führt. Man holt die Menschen in ihrer Eigenverantwortung ab. Ich geh nicht zum einen, um den anderen auszurichten, sondern suche gemeinsam mit einem Gegenüber eine für beide Parteien zufriedenstellende Lösung. Schließlich kann man über alles reden – manchmal braucht es dafür eben einen Dritten.“