Gemeinnütziger Wohnbau: Vorurteile versus Vorteile

Rund um gemeinnütziges Wohnen gibt es viele Vorurteile. Manche halten sich hartnäckig – obwohl sie mit der Realität wenig zu tun haben. Aber: Was bedeutet Gemeinnützigkeit im Wohnbau nun eigentlich tatsächlich? Welche Vorteile bringt sie? Und warum ist gemeinnütziger Wohnbau heute wichtiger denn je?
Das Ziel der Gemeinnützigen Wohnbauträger ist klar: leistbarer, qualitätsvoller und zukunftssicherer Wohnraum für viele Menschen. Denn ein gutes Zuhause soll nicht vom Zufall abhängen – sondern von verlässlichen Partnern, fairen Bedingungen und langfristigem Denken.
Dass leistbar und zukunftssicher längst nicht mit dem Bild des „Gemeindebaus“ gleichzusetzen ist und weit entfernt ist von sparsamer Ausstattung und langweiligen Wohnkonzepten, ist dennoch vielen nicht bewusst – und so halten sich manche Vorurteile hartnäckig. Die meisten davon halten einem Faktencheck jedoch nicht stand.
Vorurteil 1: „Gemeinnützige Wohnungen sind alt und unmodern.“
Gemeinnütziger Wohnbau steht längst für moderne Architektur, durchdachte Grundrisse und energieeffiziente Bauweise. Neue Projekte werden nach zeitgemäßen Standards geplant – mit Blick auf Wohnkomfort, Nachhaltigkeit und Lebensqualität. Gerade die Wohnbaugruppe ENNSTAL zeigt mit vielen preisgekrönten Projekten wie modern, hochwertig und architektonisch herausragend gemeinnütziges Wohnen sein kann. Bereits mehrfach wurden wir für beispielhaften Wohnbau ausgezeichnet, unter anderem mit dem Staatspreis für Architektur.
Vorurteil 2: „Da kommt man sowieso nie ran.“
Die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum ist natürlich hoch – genau deshalb leisten gemeinnützige Wohnbauträger einen so wichtigen Beitrag zur Wohnversorgung. In Österreich gibt es laut GBV 173 gemeinnützige Bauvereinigungen mit einem gesamten Verwaltungsbestand von rund 1,01 Millionen Wohnungen. Davon entfallen rund 704.650 Einheiten auf Mietwohnungen. Mietwohnungen Gemeinnütziger Wohnbauträger machen damit 39 Prozent des österreichischen Mietwohnungsbestandes aus. Und es kommen täglich neue Wohnungen dazu. Denn die Gemeinnützigen schaffen laufend neuen Wohnraum und tragen so dazu bei, dass leistbares Wohnen nicht die Ausnahme bleibt.
Vorurteil 3: „Gemeinnützig heißt weniger Qualität.“
Gemeinnützigkeit bedeutet nicht „billiger um jeden Preis“, sondern leistbar mit Verantwortung. Weil gemeinnützige Wohnbauträger langfristig denken, stehen Qualität, Werterhalt, Nachhaltigkeit und Sanierung besonders im Fokus. Das zeigt sich auch an den Investitionen: Österreichweit wurden 2024 rund 3,19 Milliarden Euro in den Neubau und rund 1,43 Milliarden Euro in Instandhaltung und Sanierung durch gemeinnützige Bauvereinigungen investiert. Zusätzlich wurden rund 6.790 Wohnungen thermisch saniert und rund 6.570 Wohnungen auf klimafreundliche Heizsysteme umgestellt.
Vorurteil 4: „Das ist nur etwas für bestimmte Zielgruppen.“
Gemeinnütziges Wohnen richtet sich an viele Menschen: Singles, junge Paare, ältere Personen, Alleinerziehende oder auch Familien mit einem oder mehreren Kindern, die langfristig planbar wohnen möchten – in einer Wohnung mit Balkon oder einem Reihenhaus mit eigenem Garten. Die Angebote reichen von Mietwohnungen über Mietwohnungen mit Kaufoption bis hin zu Eigentumswohnungen. Auf der Website der Wohnbaugruppe ENNSTAL findet sich eine breite Auswahl an Immobilien in verschiedenen Regionen, Größen und Rechtsformen – von Miete, über Miete mit Kaufoption, bis Eigentum.
Vorurteil 5: „Private Wohnungen sind ohnehin nicht viel teurer.“
Die Zahlen zeigen ein anderes Bild. Laut GBV lag die durchschnittliche Bruttomiete gemeinnütziger Bauvereinigungen im Jahr 2024 österreichweit bei 8,50 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten. Private Mietwohnungen lagen im Vergleich bei 11,60 Euro pro Quadratmeter. Damit waren GBV-Mieten im Schnitt 27 Prozent günstiger als private Mieten. In der Steiermark lag die durchschnittliche GBV-Bruttomiete 2024 bei 8,20 Euro pro Quadratmeter, private Mieten bei 10,50 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Unterschied von 22 Prozent.
Eine WIFO-Studie zeigt darüber hinaus, dass gemeinnützige Bauvereinigungen nicht nur für ihre eigenen Bewohner:innen wichtig sind, sondern auch preisdämpfend auf das gewinnorientierte Mietwohnungssegment wirken können.
Bauen, sanieren – Verantwortung tragen
Schaut man also auf die Fakten, sind Vorurteile gegenüber Gemeinnützigen Wohnbauträgern rasch ausgeräumt und es bleiben nur noch die Vorteile im Raum stehen. Gemeinnütziger Wohnbau verbindet wirtschaftliche Stabilität mit sozialer Verantwortung und sorgt durch die Entwicklung von Neubauprojekten nicht nur stets für Nachschub auf dem Wohnungsmarkt, auch Bestandswohnungen werden durch regelmäßige Sanierung und Weiterentwicklung an moderne Standards angepasst und bleiben so als begehrter Wohnraum erhalten.